Therapien

Praktisches Vorgehen der chinesischen Medizin

„Kaltes sollst du erhitzen – Heißes sollst du kühlen,
Fiebriges sollst du erfrischen – Kühles sollst du erwärmen,
Zerstreutes sollst du sammeln – Zusammengeballtes sollst du zerstreuen,
Trockenes sollst du befeuchten – Feuchtes sollst du trocknen,
Akutes sollst du beruhigen, Verhärtetes sollst du auflösen,
Zerbrechliches sollst du festlegen, Schwaches sollst du tonisieren,
Übermächtiges sollst du ausleiten.
Jede Krankheit nach ihrer Art. Es herrsche Klarheit und Ruhe,
so dass die pathogenen Energien zurückgehen zu ihrem Ursprung.
Dies ist die Grundlage aller Therapie.“

Huang Di Nei Jing Su Wen, Kap.74

 

HolzUnter Phytotherapie versteht man in der chinesischen Medizin die Behandlung mit Heilkräutern. Dies ist die in China am häufigsten angewandte Therapieform. Kräuter werden sowohl bei Erkrankungen innerer Organe als auch bei einer Schwäche des Blutes oder bei akuten Erkrankungen wie Erkältungen, Nebenhöhlenentzündungen, Harnwegsinfekten und Durchfallerkrankungen sowie bei chronischen Erkrankungen wie Immunschwäche, Schlafstörungen oder bestimmten Schmerzen eingesetzt. Sie werden häufig in Form eines Tees verabreicht. Dabei spielen die Eigenschaften der einzelnen Kräuter, insbesondere das Temperaturverhalten, eine entscheidende Rolle. Warme oder heiße Kräuter bewegen die Energie und können so bspw. einen durch Kälte ausgelösten Rheumaschub mildern. Kühle oder kalte Kräuter verlangsamen den Stoffwechsel, wirken beruhigend und vertreiben etwa bei einem fiebrigen Infekt die Hitze aus dem Körper. Bei einer akuten Krankheitssymptomatik wird der Tee einige Tage eingenommen. Bei chronischen Erkrankungen kann sich der Behandlungszeitraum über mehrere Wochen erstrecken. Die Zusammenstellung einzelner Kräuter erfolgt dabei abgestimmt auf das jeweilige Krankheitsbild und wird individuell an den Patienten angepasst.

 

AkupunkturDie Akupunktur reguliert mittels Stimulation durch feine Nadeln, die an genau definierten Punkten in die Haut gestochen werden, den Energiefluss in den Leitbahnen des Körpers. Schmerzen sind oft durch Blockaden bedingt, also dadurch dass der Energiefluss gestaut ist. Entzündungen sind mit Hitzeprozessen verbunden. In solchen Fällen kann Akupunktur durch Ausleitung Linderung verschaffen. Erschöpfungszustände sind häufig durch einen Blutmangel oder eine Schwäche des Blutes bedingt. Sie können durch Akupunktur positiv beeinflusst werden indem der Qi Fluss angeregt wird. Die Wirkung kann dabei durch Kombination mit Verabreichung chinesischer Kräuter gesteigert werden. Akute Erkrankungen wie bspw. Blasenentzündungen können häufig bereits durch ein bis drei Sitzungen gut therapiert werden. Bei länger andauernden Prozessen wie bspw. chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates ist dagegen in der Regel auch mit einer längeren Behandlungsdauer zu rechnen.